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25.02.09

Bildung von Kupferpatina künstlich beschleunigen

Die Kupferpatine ist eine natürliche Schutzschicht des Kupfers vor der Oxidation an der Luft.


Die Kupferpatine ist eine natürliche Schutzschicht des Kupfers vor der Oxidation an der Luft. Diese Patina bildet sich allmählich nach etwa 5-10 Jahren. Die Meinungen über das Aussehen gehen weit auseinander. Einige versuchen diese Patina zu entfernen um den Glanz des Kupfers zu bewahren, was aber eher ein hoffnungsloses Unterfangen ist, weil man eher das Material abträgt als die Haltbarkeit zu bewahren und andere würden lieber gestern als morgen diese Patina auf ihren Kupferrinnen und Dächern haben.

Vom Optischen her finde ich eine Patina auch sehr ansehnlich und rustikaler als das blanke Kupfer. Um ein Patina künstlich zu erzeugen muss man erst einmal wissen woraus die Patina besteht. Zumeist ist diese eine Verbindung aus Kupfer-Carbonaten und –Sulfaten, die aus der Reaktion mit den in Luft und Regenwasser gelösten Schwefelverbindungen entsteht. Für die künstliche Patina kann man verschiedene Patina erzeugen.

Grüne Patina:

Methode I: Das Kupfer wird mit einer Lösung aus 1,3% Ammoniumchlorid (Salmiak), 0,6% Kaliumhydrogenoxalat (Kleesalz) und 98,1% Wasser bestrichen. Die Bestandteile bekommt Ihr in gelöster Form in der Apotheke. Achtet darauf, dass Ihr das Mischungsverhältnis dementsprechend anpasst. Lasst die Lösung auf dem Kupfer trocknen. Innerhalb weniger Tage wird sich dann eine Patina bilden. Um das Ergebnis zu verbessern, könnt Ihr mehrere Male das Kupfer bestreichen.

Methode II: Bestreicht das Kupfer mit einer 10% Ammoniumsulfatlösung, diese enthält die für die Oxidation notwendige Schwefelsäure. Bei dieser Methode ist etwas Geduld gefragt, da die Oxidation nur langsam voranschreitet. Ihr müsst daher das Einstreichen öfter wiederholen.

Schwarze Patina:

Diese Methode braucht einen unanfälligen Geruchssinn bzw. Atemschutz und nicht so heißes Wetter. Mit Hilfe von Kaliumpolysulfid (Schwefelleber) gelöst als 7,5% Anteil in Wasser schafft man eine schwarze Patina. Diese sieht meiner Meinung nach noch besser aus als die grüne Patina. Beim Umgang mit Kaliumpolysulfid ist Vorsicht geboten, denn bei der Reaktion entsteht giftiges H2S (Schwefelwasserstoff). Dieses stinkt wie verfaulte Eier. Ihr solltet diesen Vorgang nicht bei hoher Sonneneinstrahlung und zu warmen Temperaturen machen, da euch sonst durch die Reaktion nicht nur die Oberfläche Oxidiert, sondern das ganze Blech.

Für alle drei Methoden gilt, mit Hilfe eines Gasbrenners könnt Ihr die Reaktion des Kupfers mit der Chemikalie steuern und gegebenenfalls verstärken.

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