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25.02.09

Höhere Honigausbeute durch Dickwaben

Ich möchte euch jetzt nicht sagen wie ihr ein Bienenvolk am besten schröpfen könnt, sondern wie ihr euch die Produktion von Honig erleichtern könnt.


Ich möchte euch jetzt nicht sagen wie ihr ein Bienenvolk am besten schröpfen könnt, sondern wie ihr euch die Produktion von Honig erleichtern könnt. Einige werden den Begriff Dickwaben schon einmal gehört haben. Für alle anderen gebe ich einen kleinen Überblick. Dickwaben sind etwa 50% dicker als normale Rähmchen, dass heißt in ein eine Beute mit 11 Rähmchen passen dann etwa 7 Dickwaben hinein. Der Vorteil liegt offen auf der Hand: In Dickwaben wird die Königin keine Eier legen. Das tut sie aus Prinzip nicht, da sie mit ihrem Hinterleib nicht hineinpasst, weil die Wabe einfach zu tief ist. Dadurch ist es theoretisch möglich auf das Absperrgitter zu verzichten. Man muss lediglich schauen ob die Königin irgendwo herum läuft bevor man die Waben entfernt.

Der zweite Vorteil ist, dass Dickwaben weniger Aufwand für das Entdeckeln benötigen weil man sich bei gleicher Honigausbeute 4 Rähmchen spart. Dies wird euch bei mehreren Völkern sicherlich schnell ausfallen.

Bei der Einführung von Dickwaben solltet ihr einiges beachten. Da die Dickwaben wesentlich mehr Gewicht haben können diese schnell brechen, wenn ihr anfangt zu schleudern. Daher ist vor dem Wabenbau wichtig, dass ihr die Rähmchen voll verdrahtet und die Drähte gut gespannt habt. Die Seiten solltet ihr zwischen Holz und Mittelwand mit Wachs ausgießen (dies solltet ihr auch bei normalen Rähmchen immer tun), dann sitzen die Mittelwände richtig und die Bienen bauen die Waben bis zum Holz heran. Den Ausbau von Mittelwänden solltet ihr nur in der Drangzeit der Bienen vornehmen, da ihr dann sicher sein könnt, dass die Wabe voll ausgebaut wird und die Königin muss genügend normale Waben haben, um ihre Eier zu legen, ansonsten werden die Bienen die Waben nur so tief ausbauen, dass die Königin diese auch bestiften kann.

Beim Schleudern solltet ihr das erste Mal etwas vorsichtiger vorgehen, d.h. schleudert die Waben beidseitig vor, sodass schon ein erheblicher Anteil an Honig heraus ist, bevor ihr die Waben unter voller Kraft schleudert. Bei Raps-Honig oder anderen Honigen mit schneller Kristallisierungszeit müsst ihr genau beobachten, wie weit der Honig ist, damit dieser nicht schon vorher kristallisiert. Nach meiner Erfahrung ist der Rapshonig bei voller Rapsblüte aber in einer Dickwabe wesentlich reifer (Honig nicht mehr so Wasserhaltig) als in normalen Waben, da der Honig besser durchreifen kann, bis die Wabe voll ist. Zum Ende der Blüte muss aber auf das Kristallisierungsproblem gut acht gegeben werden.

Wie anfangs erwähnt, ist eine Dickwabe etwa 50% breiter, als die normale Wabe, was bei einer Rähmchenbreite von 37mm dann ein Zuwachs von 18mm auf 55mm macht. Die Waben haben eine höhere Lebenserwartung als ihre kleineren Geschwister, da diese nicht bestiftet werden und sich daher auch keine Schleier (Braunfärbung) bilden kann. Daher kann eine Dickwabe etwa 3mal so lange genutzt werden, bis diese neu gespannt und mit einer Mittelwand versehen werden muss.

Als weiteren Tipp solltet ihr folgendes beachten: Die Dickwaben sollten nur halb so hoch sein wie normale Rähmchen, da die Bienen, wenn diese nicht so leistungsstark im Waben bau sind, nach unten hin flacher Ausbauen und die Königin diese dann wieder bestiften würde. Dickwaben bekommt ihr beim Händler (Link bei den weiteren Informationen) oder ihr könnt diese selber bauen. Wer da Segeberger System nutzt, hier gibt es auch Zargen mit halber Höhe.

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