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25.02.09

Papierbriketts herstellen

Ich bin bei einem renommierten Auktionshaus auf eine interessante Erfindung gestoßen.


Ich bin bei einem renommierten Auktionshaus auf eine interessante Erfindung gestoßen. Dabei wird aus Altpapier Brennstoff hergestellt, die einen Heizwert von Briketts haben sollen. Die Herstellungsmethode ist denkbar einfach. Durch die Komprimierung und Verfestigung von Papier soll die Brenndauer erhöht werden, ansonsten würde ja binnen kürzester Zeit alles in einem großen Feuerball verbrennen, und damit zum dauerhaften Heizen benutzt werden.

Prinzipiell ist dies eine gute Idee: Das Papier wird über Nacht eingeweicht und dann in eine Form gepresst, in der das Wasser seitlich entweichen kann. Die Form hat in etwa die Maße 30 L x 12 B x 16 H, alle Seitenwände und der Unterboden sollten dabei aus Lochblech bestehen. Oben wird frei gelassen, da hier der Stempel eingeführt wird. Der Stempel ist ebenfalls ein Lochblech, welches die obere Öffnung verschließen kann. Ihr füllt den Lochblechkasten bis zum Rand mit dem Aufgelösten Papier und legt oben die Lochblechplatte auf. Dann presst ihr mit Hilfe eines großen Gewichts das Wasser aus der Zeitung und verdichtet damit das Papier. Die „Briketts“ müssen dann ein paar Tage trocknen, dabei wird das Papierbrikett noch weiter verkleinert, da sich das Papier zusammenzieht. Mir kommt die Form der Papierverwertung noch aus der Grundschule bekannt vor. Wir haben da zwar keine Briketts gebaut, sondern lediglich neue „Papierblätter“ gesiebt.

Ich hab mir diese Methode mal genauer angeschaut und die Heizwerte miteinander verglichen:

1kg trockenes Holz: ca. 14,4 – 15,8 MJ

1kg Papier: 15MJ

1kg Holzpellets: 18MJ

1kg Braunkohlebrikett: 19,6 MJ

1kg Steinkohlebrikett: ca. 29MJ

Man erkennt auf den ersten Blick, dass der Vergleich zwischen der Steinkohle etwas hinkt, aber wer mit normalem Holz heizt, dem kann dies eine Alternative sein. Schon alleine aus dem Grund, da das verdichtete Papier bei richtiger Hitze sehr langsam verbrennt und die Glut gut halten kann.

Aus ökologischer und finanzieller Sicht würde ich hiervon generell abraten. Zum einen haben wir in Deutschland einen funktionierenden Recyclingprozess, in dem wir unser Altpapier neu aufbereiten und damit Holz einsparen (z.B. werden fast alle Tageszeitungen auf Altpapier gedruckt). Dies sollte man immer im Hinterkopf haben, da aufbereitetes Papier leichter wiederverwertet werden kann, als Rohholz. Aus finanzieller Sicht sind die Aufarbeitung und das Kleinschneiden des Papieres sehr aufwendig und verbraucht eine Menge Wasser, was ebenfalls Kosten verursacht. Anschließend muss man das Papier pressen und Platz haben diese zu trocken. Auch die Menge an Papier ist nicht unerheblich und kann nicht alleine durch die kostenlosen Zeitungen in eurem Briefkasten gedeckt werden. Wenn man sich überlegt, dass man mehrere Kubikmeter Holz aus umgefallenen Bäumen aus dem Wald erhält, wenn man sich beim Förster meldet (es können hierbei Kosten zwischen 20-40 EUR entstehen), dann hat man an diesem Tag mehr Heizwert „gerodet“, als man in 2 Wochen durch die Papiermethode erhalten wurde. Außerdem macht das Arbeiten im Wald wesentlich mehr Spaß.

Suchbegriffe: Briketts Ofen Kamin Holz Papier Recycling Altpapier